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Westlicher Tierkreis

Von Widder bis Fische, in Babylon entstanden, in Griechenland geformt

Zeichen: 12 Ursprung: ~400 BC Region: Europäisch

Die Zeichen

Geschichte & Ursprung

Der westliche Tierkreis ist wirklich uralt — doch seine Wiege ist nicht Griechenland, sondern Mesopotamien. Babylonische Astronomen teilten, aufbauend auf jahrhundertelangen Sternaufzeichnungen wie dem Katalog MUL.APIN (zusammengestellt um 1000 v. Chr.), die Ekliptik — die jährliche Bahn der Sonne über den Himmel — in zwölf gleiche Abschnitte von je 30°. Dieses Zwölf-Zeichen-Schema wurde gegen Ende des 5. Jahrhunderts v. Chr. festgelegt (höchstwahrscheinlich um 401 v. Chr., unter persischer Herrschaft), wobei jeder Abschnitt nach dem Sternbild benannt wurde, das damals in ihm lag.

Griechische Astronomen übernahmen den babylonischen Tierkreis ab dem 4. Jahrhundert v. Chr. — die älteste erhaltene griechische Beschreibung ist der Anaphoricus des Hypsikles von Alexandria (um 190 v. Chr.). Im hellenistischen Ägypten verschmolz er mit horoskopischen Techniken, und im 2. Jahrhundert n. Chr. gab der Tetrabiblos des Klaudios Ptolemäus der westlichen Astrologie die bis heute gebräuchliche Form. Ptolemäus traf eine entscheidende Wahl: Er verankerte die Zeichen an den Jahreszeiten, nicht an den Sternen.

Deshalb ist der moderne westliche Tierkreis ein tropisches System: Der Widder beginnt am Märzäquinoktium, nicht dort, wo das Sternbild Widder tatsächlich steht. Wegen des langsamen Taumelns der Erdachse (der Präzession, etwa 1° in 72 Jahren) haben sich die Zeichen über zwei Jahrtausende um rund 24° von ihren namensgebenden Sternbildern entfernt — sodass die "Sonne im Widder" der westlichen Astrologie heute vor das Sternbild Fische fällt. Die zwölf Zeichen sind symbolische jahreszeitliche Marken, die sich Sternbildnamen entleihen, und keine Karte des aktuellen Nachthimmels.

Vielleicht haben Sie von einem "geheimen dreizehnten Zeichen" gehört, dem Schlangenträger (Ophiuchus). Es stimmt, dass die Sonne vor dreizehn Sternbildern vorbeizieht, nicht vor zwölf, und den Schlangenträger etwa zwischen dem 29. November und dem 18. Dezember durchquert. Doch das ist keine moderne Entdeckung: Die Babylonier wussten bereits, dass der Schlangenträger auf der Bahn der Sonne liegt, und ließen ihn bewusst weg, um mit zwölf gleichen Zeichen ihren zwölf Mondmonaten zu entsprechen. Da die westliche Astrologie den Jahreszeiten folgt und nicht den Sternbildern, war der Schlangenträger nie Teil von ihr — die immer wiederkehrenden Schlagzeilen, "dein Sternzeichen habe sich geändert", vergleichen also schlicht zwei Systeme, die nie dasselbe waren.