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Keltischer Baumkalender

Dreizehn Bäume, eine keltische Wiederbelebung des 20. Jahrhunderts

Zeichen: 13 Ursprung: 1948 AD Region: Europäisch

Die Zeichen

Geschichte & Ursprung

Der „keltische Baum-Tierkreis" ist das Modernste in diesem Atlas, verkleidet als das Älteste. Die Behauptung ist verführerisch: Die Druiden hätten das Jahr in dreizehn Monate geteilt, jeder von einem heiligen Baum beherrscht — Birke, Eberesche, Esche, Eiche — und dein Geburtsdatum verleihe dir ein Baumzeichen. Es ist eine schöne Idee. Und sie ist zugleich, soweit die Geschichte es beurteilen kann, fast vollständig eine Erfindung des zwanzigsten Jahrhunderts.

Ihr Urheber hat einen Namen und ein Datum. Der Dichter Robert Graves schuf den Baumkalender in seinem Buch The White Goddess (Die Weiße Göttin) von 1948. Er nahm das frühmittelalterliche irische Ogham — ein echtes Alphabet, dessen Buchstaben Baumnamen tragen —, strich und ordnete Buchstaben um, bis er dreizehn Konsonanten für dreizehn Mondmonate hatte, und ordnete jedem einen Baum zu. Keine antike Quelle beschreibt einen solchen Kalender; Gelehrte von Peter Berresford Ellis an haben ihn schlicht eine Fälschung genannt und angemerkt, dass Graves einen Almanach mit einem Tierkreis verwechselte.

Das heißt nicht, dass die Kelten den Himmel ignorierten. Sie beobachteten ihn tatsächlich: Der Kalender von Coligny, ein bronzener gallischer Lunisolarkalender aus der Zeit um das 2. Jahrhundert n. Chr., ist ein raffiniertes reales Artefakt, das Mond und Sonne über einen Fünfjahreszyklus in Einklang bringt. Auch das Ogham-Alphabet ist echt, und die Druiden besaßen astronomisches und kalendarisches Wissen, das die klassischen Schriftsteller bewunderten. Doch nichts davon ist ein Geburts-Tierkreis mit zwölf oder dreizehn Zeichen.

Wir stellen die Baumzeichen also als das dar, was sie sind: eine moderne, romantische Rekonstruktion, kaum fünfundsiebzig Jahre alt, errichtet auf einem echten alten Alphabet, aber nicht auf irgendeiner echten alten Astrologie. Sie ist beliebt genug geworden, um es wert zu sein, gekannt zu werden — und ehrlich genug, um erst dann genossen zu werden, wenn man weiß, dass die Druiden sie nie gestellt haben.