Wayang

Wayang

Du bist im Wuku Wayang geboren, Woche 27 von 30 des balinesischen Pawukon.

Wayang ist die siebenundzwanzigste der dreißig Siebentagewochen (Wuku) des Pawukon, jenes 210-tägigen Zyklus, nach dem sich auf Bali die meisten religiösen Zeremonien richten. Alle 210 Tage, am selben Tag des Zyklus, feiern Balinesen ihr Oton – den Jahrestag ihrer Geburt nach dem Pawukon.

Quelle: F. B. Eiseman Jr., Bali: Sekala & Niskala, vol. I: Essays on Religion, Ritual, and Art (Periplus 1990), ch. 17 “Balinese Calendars”, ch. 9 “Rites of Passage”; E. M. Reingold & N. Dershowitz, Calendrical Calculations, Ultimate ed. (Cambridge University Press 2018), ch. 12

Position im Pawukon
Woche 27 von 30
Titel Gottes in diesem Wuku
Im balinesischen Lontar Tutur Gong Besi trägt Gott (Bhatara Dalem) in diesem Wuku den Titel Bhatari Sri.

Quelle: Tutur Gong Besi, ed. Dinas Kebudayaan Provinsi Bali (2002), quoted in K. Subagiasta, “Nilai-Nilai Agama Hindu dalam Tutur Gong Besi”, Warta Hindu Dharma no. 474 (PHDI, July 2006)

Im Tutur Gong Besi

Baum
cempaka (Magnolia champaca)
Kala des Wuku
Das Kala dieses Wuku hält sich oben auf: Klettere nicht und reise ihm nicht entgegen.

Sie läutern ein unruhiges Herz; ihr Herz ist rein und makellos, und am Ende werden sie reich und gedeihen. Es fehlt ihnen weder an Kleidung noch an Essen noch an Trinken; fromm, freigebig und demütig, von vielen geliebt, edel und vortrefflich im Dharma. Wie ihr Cempaka kennen sie keinen Kummer und werden von Jung und Alt geliebt; ihr Vogel bringt ihnen die Liebe der Großen, der Freunde und der Verwandten. Der Lontar vergleicht sie mit einer Lampe, die zwischen Erde und Himmel brennt. Die Gefahr: eine Stichwunde.

Unsere Übersetzung aus: Tutur Gong Besi, lontar, transliteration (alih aksara), Pusat Dokumentasi Dinas Kebudayaan Provinsi Bali, “Nyan awatekan anut ring uku”, “Nihan paukonan”

Heilige Tage in diesem Wuku

Der Sonntag (Wage) von Wayang heißt Kalapaksa: Baden und Haareschneiden sind verboten, und neben Türen und Betten werden dornige Blätter aufgehängt, um die Geister fernzuhalten, die Kinder verschlingen wollen.

Quelle: R. Goris, “Holidays and Holy Days”, in J. L. Swellengrebel (ed.), Bali: Studies in Life, Thought, and Ritual (W. van Hoeve 1960)

Auf den Samstag dieses Wuku fällt Tumpek Wayang, auch Tumpek Ringgit genannt. Es ist der wichtigste Tag für die Figuren des Schattenspiels Wayang Kulit: Man holt sie hervor, stellt sie auf wie für eine Vorstellung und segnet sie.

Quelle: F. B. Eiseman Jr., Bali: Sekala & Niskala, vol. I: Essays on Religion, Ritual, and Art (Periplus 1990), ch. 17 “Balinese Calendars”

Besondere Tage in diesem Wuku

  • Samstag: Tumpek · Kajeng Kliwon

An diesen Tagen treffen zwei Wochen des Pawukon zusammen: Kajeng Kliwon alle 15 Tage, die übrigen fünf alle 35. Sie verlangen besondere Opfergaben und Gebete – manche gelten als gute, manche als schlechte Tage –, und Tempelfeste wie Übergangsriten werden oft auf sie gelegt. An Kajeng Kliwon, so glaubt man, sind böse Geister unterwegs.

Quelle: F. B. Eiseman Jr., Bali: Sekala & Niskala, vol. I: Essays on Religion, Ritual, and Art (Periplus 1990), ch. 17 “Balinese Calendars”; R. Goris, “Holidays and Holy Days”, in J. L. Swellengrebel (ed.), Bali: Studies in Life, Thought, and Ritual (W. van Hoeve 1960); E. M. Reingold & N. Dershowitz, Calendrical Calculations, Ultimate ed. (Cambridge University Press 2018), ch. 12

Geburt in diesem Wuku

Kinder, die in der Woche Wayang geboren werden, müssen mit einer Wayang-Aufführung der Sudamala-Geschichte gereinigt werden: Ein solches Kind gilt als anfällig für Krankheiten und für Angriffe des Dämonenkönigs Kala, und nach dem Spiel bereitet der Dalang, der Puppenspieler, heiliges Wasser zu, das das Kind trinkt. Wer genau an Tumpek Wayang, dem Samstag, geboren wird, wird mit dem Drama Sapu Leger gereinigt. Eine Geburt an Tumpek Wayang gilt als großes Unglück.

Quelle: R. Goris, “Holidays and Holy Days”, in J. L. Swellengrebel (ed.), Bali: Studies in Life, Thought, and Ritual (W. van Hoeve 1960); A. Hobart, U. Ramseyer & A. Leemann, The Peoples of Bali (Blackwell 1996), ch. 6 “Myth and the Artistic Tradition”; F. B. Eiseman Jr., Bali: Sekala & Niskala, vol. I: Essays on Religion, Ritual, and Art (Periplus 1990), ch. 17 “Balinese Calendars”