Ja (Ratte)
子 · 쥐띠
Ja (子), die Ratte, ist das erste der zwölf Tiere des koreanischen Tierkreises; wer in ihrem Jahr geboren ist, ist jwi-tti (쥐띠). Wegen ihrer hohen Vermehrungsrate steht die Ratte für Fruchtbarkeit, wegen ihres Fleißes für die Bewahrung des Wohlstands; da sie Gefahr in ihrer Nähe schnell wittert, zieht sie anderswohin. Echte Ratten mögen den Menschen schaden, schreibt das Koreanische Nationale Volkskundemuseum, doch das Jahr der Ratte ist ein Jahr des Überflusses, der Hoffnung und der Gelegenheiten.
Quelle: National Folk Museum of Korea, The Story of the Twelve Animals of the Korean Zodiac: Rat (nfm.go.kr)
- Stunden
- 23–1 Uhr
- Monat
- Elfter Mondmonat
- Richtung
- Norden
Quelle: National Folk Museum of Korea, The Story of the Twelve Animals of the Korean Zodiac: Composition of the Twelve Zodiac Animals (nfm.go.kr); National Folk Museum of Korea, The Story of the Twelve Animals of the Korean Zodiac: Rat (nfm.go.kr)
Geboren im Jahr der Ratte
Wer im Jahr der Ratte geboren ist, so die koreanische Überlieferung, wird sein Leben lang immer genug zu essen haben — wenn auch kein großes Vermögen; er ist zu einem guten Leben und zum Überfluss bestimmt. Das Museum fügt hinzu, es sei vielleicht grundlos, sein Schicksal nach solchen Zeichen zu beurteilen, doch zu jeder Jahreswende habe man seit jeher auf das Tier des Jahres und auf das Tier der Geburt eines Kindes geschaut, um dessen Glück und Charakter zu erfahren.
Quelle: National Folk Museum of Korea, The Story of the Twelve Animals of the Korean Zodiac: Rat (nfm.go.kr)
Jahre und Seollal
Das Tier wechselt an Seollal, dem koreanischen Neujahr, nicht am 1. Januar: Wer im Januar oder Februar geboren ist, sollte das Datum von Seollal in seinem Geburtsjahr prüfen. Daten nach dem koreanischen Kalender, wie sie das Korea Astronomy and Space Science Institute veröffentlicht.
| Jahr | Seollal (Jahresbeginn) |
|---|---|
| 1900 | 31. Januar |
| 1912 | 18. Februar |
| 1924 | 5. Februar |
| 1936 | 24. Januar |
| 1948 | 10. Februar |
| 1960 | 28. Januar |
| 1972 | 15. Februar |
| 1984 | 2. Februar |
| 1996 | 19. Februar |
| 2008 | 7. Februar |
| 2020 | 25. Januar |
| 2032 | 11. Februar |
| 2044 | 30. Januar |
Die Ratte in Korea
Koreanische Chroniken erzählen vom Gespür der Ratte. Das Samguk sagi (三國史記) vermerkt in seiner Geschichte Sillas, im fünften Jahr König Hyegongs habe sich „ein ungewöhnliches Ereignis zugetragen: Nachdem 8.000 Ratten Chiak-hyeon verlassen hatten, schneite es in jenem Jahr nicht.“ Wer eine solche Wanderung sah, ahnte eine kommende Katastrophe — weshalb Seeleute der Überlieferung nach nicht auf einem Boot ohne Ratten in See stechen.
Von den zwölf Tierkreisgottheiten um das Königsgrab König Heungdeoks von Silla trägt allein die Ratte ein himmlisches Gewand, Zeichen ihres besonderen Platzes als erste der zwölf. Eine Goryeo-Grabmalerei in Seogok-ri, Paju, zeigt eine sitzende Gestalt mit einem Rattenkopf über der Beamtenkappe, an erster Stelle unter den Tieren, die das Grab bewachen, in der Mitte des Nordens: der Wunsch des Bestatteten nach Kindern, ausgedrückt durch das Tier der Fruchtbarkeit. Das Museum erinnert daran, dass das Schriftzeichen der Ratte, 子, auch „Sohn“ bedeutet.
Quelle: National Folk Museum of Korea, The Story of the Twelve Animals of the Korean Zodiac: Rat (nfm.go.kr)
Symbolik und Volksglaube
In Korea gilt die Ratte, so klein sie ist, als flink und klug, fleißig, voller Leben und eifrig darauf bedacht, Nahrung zu sparen. Sie richtet großen Schaden an der Ernte an, doch ihr Fleiß machte sie zu einem Symbol des Wohlstands. Ihre empfindlichen Schnurrhaare, ihre Zähne, die fast alles zernagen, ihre Gabe, sich jedem Ort anzupassen, und ihre bemerkenswerte Fruchtbarkeit erklären ihre Lebenskraft; mit vier Zehen an den Vorder- und fünf an den Hinterfüßen hält ihr Körper Yin und Yang im Gleichgewicht, und ihre vielen Zehen stehen für unzählige Kobolde und für ihre Kraft, sich zu vermehren.
Der Westen, bemerkt das Museum, sieht das Tier zweifach: die Ratte, von der man glaubte, sie habe im mittelalterlichen Europa die Pest verbreitet, und die für den Verräter steht, und die Maus aus Zeichentrickfilmen und Märchen, klug und niedlich genug, um eine Katze zu necken. In Korea ist die Ratte, so klein sie ist, ein weises Tier, das Überfluss, Hoffnung und Glück bringen kann, und eine Fürsprecherin der Schwachen.
Quelle: National Folk Museum of Korea, The Story of the Twelve Animals of the Korean Zodiac: Rat (nfm.go.kr)
Legenden und Volkserzählungen
Eine Legende aus Goguryeo erzählt von der Fruchtbarkeit der Ratte. Ein zorniger König prüfte den Wahrsager Chunam (楸南), indem er ihn fragte, wie viele Ratten in einer Kiste seien, und ließ ihn hinrichten, als seine Antwort falsch schien. Als man die Ratte aus der Kiste aufschnitt, trug sie Junge in sich: Der Wahrsager hatte von Anfang an recht gehabt. Der Geist des zu Unrecht Hingerichteten, so die Legende, wurde als General Kim Yu-sin (金庾信) wiedergeboren, der die drei Königreiche der Halbinsel einte.
Eine andere Erzählung erklärt, warum die Ratte an erster Stelle steht. Der König des Himmels versprach den höchsten Rang dem ersten Tier, das am Mondneujahrstag das Tor des Himmels erreichte. Der Ochse übte am härtesten von allen; die Ratte, die wusste, dass sie zu klein und zu schwach war, um zu gewinnen, hielt sich dicht an ihn. Am Neujahrstag erreichte der Ochse als Erster das Tor — doch die Ratte sprang im letzten Augenblick von seinem Rücken und schlüpfte vor ihm hindurch. Der Ochse war empört, musste aber den zweiten Platz hinnehmen.
Quelle: National Folk Museum of Korea, The Story of the Twelve Animals of the Korean Zodiac: Rat (nfm.go.kr)
In der Kunst
Alte koreanische Gemälde zeigen Ratten wirklichkeitsnah und mit Humor — eine Ratte, die an einer Karotte nagt, eine andere an einer Wassermelone —, und das Museum liest darin, wie sehr die Ratte in Korea zum Alltag gehörte.
Quelle: National Folk Museum of Korea, The Story of the Twelve Animals of the Korean Zodiac: Rat (nfm.go.kr)
Bräuche und Alltag
Im ersten Mondmonat spielten die Bauern jwibulnori, „mit Rattenfeuern spielen“: Sie zündeten Feuer auf den Reisfeldern und Äckern an, um Ratten und Schädlinge zu vernichten, wünschten sich eine gute Ernte und stärkten den Geist des Dorfes, während ihre Frauen Bohnen rösteten und dazu sangen: „Verbrennen wir der Ratte die Schnauze!“
Am Silvesterabend oder am Neujahrstag sagte man das Glück des Jahres mit yutjeom voraus, einem Spiel mit Yut-Stäbchen. Nach dem Dongguk sesigi (東國歲時記) bedeutete ein Wurf von „do“ und „gae“ „eine Ratte geht in den Speicher“, und „geol“, „gae“ und „mo“ bedeuteten „eine Katze trifft eine Ratte“. In Dangjin in Süd-Chungcheong sieht der Brauch jwibaram-ssoegi, „einen Rattenwind blasen“, vor, dass man einem Neuankömmling jeden Winkel des Hauses zeigt, flink wie eine Ratte, damit er oder sie ebenso fleißig und sparsam lebe.
Quelle: National Folk Museum of Korea, The Story of the Twelve Animals of the Korean Zodiac: Rat (nfm.go.kr)
Verträglichkeit
Harmonische Dreiergruppe (samhap)
Im Konflikt (wonjin)
Ratte, Drache und Affe bilden eine der vier harmonischen Dreiergruppen (samhap, 삼합): Im Bild des Museums steht die Ratte für das Gehirn des Drachen und die schnelle Bewegung des Affen.
Das Schaf ist das wonjin (원진) der Ratte, das Tier, mit dem sie im Konflikt steht: Die Ratte schreckt vor dem Kot des Schafes zurück, denn schon die leiseste Berührung damit, hieß es, ließe ihren Körper verfaulen und ihr Fell ausfallen.