Mi (Schaf)

Mi (Schaf)

未 · 양띠

Mi (未), das Schaf, ist das achte der zwölf Tiere des koreanischen Tierkreises; wer in seinem Jahr geboren ist, ist yang-tti (양띠). Unter den zwölf, schreibt das Koreanische Nationale Volkskundemuseum, ist das Schaf das sanfte, schlichte und friedliche: ein Herdentier, dessen Instinkt es ist zu fliehen statt zu kämpfen, in Korea als mild, tugendhaft und geduldig angesehen und ein Symbol des Friedens. Bis heute, schließt das Museum, lehrt sein unschuldiges und warmes Bild Menschen, die ein hektisches Leben führen, die Weisheit der Dankbarkeit und der Geduld.

Quelle: National Folk Museum of Korea, The Story of the Twelve Animals of the Korean Zodiac: Sheep (nfm.go.kr); National Folk Museum of Korea, The Story of the Twelve Animals of the Korean Zodiac: Harmony of the Zodiac Animals (nfm.go.kr)

Stunden
13–15 Uhr
Monat
Sechster Mondmonat
Richtung
Süd-Südwest

Quelle: National Folk Museum of Korea, The Story of the Twelve Animals of the Korean Zodiac: Composition of the Twelve Zodiac Animals (nfm.go.kr); National Folk Museum of Korea, The Story of the Twelve Animals of the Korean Zodiac: Sheep (nfm.go.kr)

Geboren im Jahr des Schafes

Wie das sanfte, fromme Tier sollen die im Jahr des Schafes Geborenen warmherzig und mild sein. Die Koreaner haben ein Sprichwort dafür: „Selbst eine Schwiegertochter, die im Jahr des Schafes eine Tochter zur Welt bringt, wird nicht schlecht behandelt.“ Friedfertig von Natur, geraten sie selten in Streit; wie Schafe sind sie gern in Gruppen unterwegs und kämpfen selten um Rang unter ihresgleichen. Sie können auch stur sein und nehmen immer denselben Weg nach Hause; und obwohl sie nicht streitsüchtig sind, können sie hitzköpfig sein, und einmal zornig, können sie sich nicht zurückhalten.

Eine alte Redensart besagt, dass „im Jahr des Schafes Geborene niemals reich werden“: Wie das Schaf sind sie zu ehrlich, um andere zu betrügen, und zu geradlinig, um ein Vermögen anzuhäufen.

Quelle: National Folk Museum of Korea, The Story of the Twelve Animals of the Korean Zodiac: Sheep (nfm.go.kr)

Jahre und Seollal

Das Tier wechselt an Seollal, dem koreanischen Neujahr, nicht am 1. Januar: Wer im Januar oder Februar geboren ist, sollte das Datum von Seollal in seinem Geburtsjahr prüfen. Daten nach dem koreanischen Kalender, wie sie das Korea Astronomy and Space Science Institute veröffentlicht.

Jahr Seollal (Jahresbeginn)
1907 13. Februar
1919 1. Februar
1931 17. Februar
1943 5. Februar
1955 24. Januar
1967 9. Februar
1979 28. Januar
1991 15. Februar
2003 1. Februar
2015 19. Februar
2027 7. Februar
2039 24. Januar

Quelle: Korea Astronomy and Space Science Institute (KASI), 음양력 변환 (solar–lunar calendar conversion, astro.kasi.re.kr)

Das Schaf in Korea

Schafe waren in Korea nie häufig, doch alte Aufzeichnungen zeigen, dass es sie zur Zeit der Drei Reiche gab. Im ersten Regierungsjahr König Beops von Baekje (599–600) wurden ein Kamel, ein Esel, zwei Schafe und ein Fasan von Baekje nach Japan geschickt; im zwölften Jahr König Heondeoks von Silla wurden aus Silla zwei schwarze Widder, vier weiße Schafe, zwei Ziegen und eine Ente geschickt. In Korea war das Schaf einst ein Maß für den Wohlstand eines Haushalts und ein glückverheißendes Tier, das für Ehrlichkeit und Ausdauer stand.

Streng genommen, bemerkt das Museum, sind Schaf und Ziege verschiedene Arten — das Schaf mit weicher, krauser Wolle und ohne Hörner, die Ziege mit glattem, grobem Haar und meist mit Hörnern —, doch beide haben für dieses Zeichen des Tierkreises gestanden. Die englischen Seiten des Museums nennen es Sheep, das Schaf, und so halten wir es auch.

Quelle: National Folk Museum of Korea, The Story of the Twelve Animals of the Korean Zodiac: Sheep (nfm.go.kr)

Symbolik und Volksglaube

Das Schriftzeichen 羊, „Schaf“, ist ein Piktogramm, das mit Bedeutungen wie schön, glückverheißend und gut verbunden ist: Ein „großes Schaf“ (大羊) ergibt 美, „schön“, und das Schaf über „ich“ (我) ergibt 義, „gerecht“. Aus der Natur des Tieres, schreibt das Museum, sahen die Koreaner das Schaf als gut, gerecht und schön; und ein Schaf, das zum Grasen niederkniet, galt als Zeichen der Dankbarkeit. Weil es immer denselben Weg nach Hause nimmt, galt es als stur und aufrecht, ein Symbol der Ehrlichkeit und der Gerechtigkeit.

In der Religion war das Schaf immer das Tier des Opfers — im Westen der Sündenbock, den Göttern dargebracht, die die Menschen straften; in China und Korea ein Tier, das oft bei Riten verwendet wurde. Gutmütig, unfähig zu schaden und bereit, sich für andere zu opfern, wurde das Schaf manchmal mit dem koreanischen Volk verglichen. In den letzten Jahren des Koreanischen Kaiserreichs beklagte der patriotische Gelehrte Kim Jong-hak, die Vorfahren, die sich gern in Weiß kleideten, seien wie eine Schafherde gewesen, die ihr Schicksal in Geduld und Gehorsam ertrug, und rief sie auf, „unsere Hörner zu schärfen“ und um ihren Anführer einen Zaun zu bilden, den selbst Wölfe nicht herauszufordern wagten — ein Beispiel, sagt das Museum, dafür, wie das Schaf zur Metapher für einen Moment der koreanischen Geschichte wurde.

Quelle: National Folk Museum of Korea, The Story of the Twelve Animals of the Korean Zodiac: Sheep (nfm.go.kr)

Legenden und Volkserzählungen

Bevor er die Joseon-Dynastie gründete, träumte Yi Seong-gye, der in einem abgelegenen Dorf lebte, er fange ein Schaf, dem Hörner und Schwanz abfielen. Der buddhistische Meister Muhak deutete den Traum: Nimm dem Schriftzeichen für Schaf die Hörner und den Schwanz, und übrig bleibt 王, „König“ — also werde er König werden. So geschah es, und sein Traum vom Schaf blieb als glückverheißender Traum in Erinnerung.

Quelle: National Folk Museum of Korea, The Story of the Twelve Animals of the Korean Zodiac: Sheep (nfm.go.kr)

In der Kunst

Das Schaf erscheint oft unter den Wächterfiguren, die Gräber schützen. Unter Joseon blieben von den zwölf Tierkreisstatuen, die einst die Königsgräber umgaben, nur das Pferd, das Schaf und der Tiger: Das Schaf, westlich des Grabes aufgestellt, und der Tiger, östlich, waren seine Wächter.

Das bekannteste koreanische Schafbild ist Gim Hong-dos Schafe hüten in Jinhua (金華鞭羊圖). Es erzählt eine taoistische Legende: Weil der Berggott den fünfzehnjährigen Jungen Huang Chuping (黃初平) gutherzig und tugendhaft fand, ließ er ihn zur Erleuchtung gelangen; er hütete vierzig Jahre lang Schafe, ohne zu altern; als sein älterer Bruder Huang Chuqi (黃初起) ihn fand, konnte er Felsen in Schafe verwandeln, und beide Brüder wurden zu taoistischen Gottheiten.

Quelle: National Folk Museum of Korea, The Story of the Twelve Animals of the Korean Zodiac: Sheep (nfm.go.kr); National Folk Museum of Korea, The Story of the Twelve Animals of the Korean Zodiac: Harmony of the Zodiac Animals (nfm.go.kr)

Verträglichkeit

Harmonische Dreiergruppe (samhap)

Myo (Kaninchen), Hae (Schwein)

Im Konflikt (wonjin)

Ja (Ratte)

Schaf, Kaninchen und Schwein bilden eine der vier harmonischen Dreiergruppen (samhap, 삼합): Das Kaninchen, sagt das Museum, nimmt das klägliche Gebaren des Schafes gelassen hin und beneidet das Schwein um seinen Geruch und seine Kraft, und seine Nase gleicht der des Schafes und des Schweins.

Die Ratte ist das wonjin (원진) des Schafes, das Tier, mit dem es im Konflikt steht: Die Ratte schreckt vor dem Kot des Schafes zurück, denn wenn auch nur ein wenig davon ihren Körper berührt, heißt es, verfault ihr Fleisch und sie verliert ihr ganzes Fell.

Quelle: National Folk Museum of Korea, The Story of the Twelve Animals of the Korean Zodiac: Harmony of the Zodiac Animals (nfm.go.kr)